Ein bei Marx oft übersehener Aspekt ist das Ideal einer allseitigen Aneignung der Wirklichkeit:
„Viele Kommentatoren übersehen, dass Marx, wenn er […] vom ‘tief allsinnigen‘ Menschen spricht, in der Tat die schöpferische, im umfassenden Sinn des Wortes künstlerische Aneignung charakterisiert,…“ (E. Fischer: Was Marx wirklich sagte, S. 20)
„Im Kapitalismus aber sei die Arbeit auf grundlegende Weise entfremdet und pervertiert. Denn Arbeit im Kapitalismus werde nicht im Interesse der Schaffung vonGebrauchswerten verrichtet und noch weniger zur Verwirklichung kreativer Schöpferkraft, sondern lediglich zur Erzielung von Tauschwerten.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Marx#Die_Entfremdung_der_Arbeit)
„In der Zirkulation W – G – W [Ware > Geld > Ware] wird das Geld schließlich in Ware verwandelt, die als Gebrauchswert dient. Das Geld ist also definitiv ausgegeben. In der umgekehrten Form G – W – G gibt der Käufer dagegen Geld aus, um als Verkäufer Geld einzunehmen. [...] Er entläßt das Geld nur mit der hinterlistigen Absicht, seiner wieder habhaft zu werden.“ (Marx: Das Kapital, Bd. I, 4.1. Verwandlung von Geld in Kapital)
Wie entsteht Gewinn?
Die naheliegende Antwort – ‘durch Preiserhöhung’ – weist Marx zurück, denn jeder Verkäufer ist
anderer Stelle auch Käufer und so würden sich gegenseitig anstachelnde Preiserhöhungen aufheben.
Um eine Antwort zu erhalten, untersucht Marx den Arbeitsprozess, durch den Waren überhaupt erst
entstehen: Geld, Material, Maschinen und Arbeitskraft werden kombiniert, um eine Ware herzustellen.
Unter diesen Bestandteilen des eingesetzten Kapitals ist die Arbeitskraft das dehnbarste Element.
Dehnt man die Arbeitszeit bei gleichbleibendem Lohn über das für den unmittelbaren Lebensunterhalt
nötige Maß hinaus, dann fließt diese Arbeit in den Wert der Ware ein, ohne dass er bezahlt werden
muss. (Wert > Mehrwert)
(Vgl. G. Fülberth: „Das Kapital“ kompakt, I.2.)