Marx

Das Werk

Ein bei Marx oft übersehener Aspekt ist das Ideal einer allseitigen Aneignung der Wirklichkeit:

„Viele Kommentatoren übersehen, dass Marx, wenn er […] vom ‘tief allsinnigen‘ Menschen spricht, in der Tat die schöpferische, im umfassenden Sinn des Wortes künstlerische Aneignung charakterisiert,…“ (E. Fischer: Was Marx wirklich sagte, S. 20)

Mit dieser ‘Aneignung’ ist gerade nicht das bloße Vermehren des Besitzes gemeint, sondern die aktive, emotionale und geistige Durchdringung der Wirklichkeit.
(Passagen hierzu finden sich in Bd.3 der Marx/Engels-Gesamtausgabe, S. 116ff)

Tauschwert

„Im Kapitalismus aber sei die Arbeit auf grundlegende Weise entfremdet und pervertiert. Denn Arbeit im Kapitalismus werde nicht im Interesse der Schaffung vonGebrauchswerten verrichtet und noch weniger zur Verwirklichung kreativer Schöpferkraft, sondern lediglich zur Erzielung von Tauschwerten.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Marx#Die_Entfremdung_der_Arbeit)

Das, was man herstellt, wird also aus dem persönlichen Kontext der Herstellung herausgelöst und hinsichtlich seines Tauschwertes in die sich stets vermehrende Warensammlung der Gesellschaft integriert. (Werk > Ware)
Was ist nun der Tauschwert?
Marx antwortet mit einem Gedankenexperiment: Man vergleiche Weizen und Eisen miteinander! Behauptet man, x kg Weizen sei soviel wert wie y kg Eisen, dann bezieht man sich auf „ein Gemeinsames von derselben Größe in zwei verschiedenen Dingen“. Dieses Gemeinsame, dieser Wert, ist eben der Maßstab des Tauschwertes. (Vgl. F. Wheen: Karl Marx – Das Kapital, S. 46, vgl. auch G. Fülberth: „Das Kapital“ kompakt, I.1.)
Geld wiederum ist das ultimative Wertmaß und Mittel, um Waren gegeneinander auszutauschen, zirkulieren zu lassen.

Kapital

„In der Zirkulation W – G – W [Ware > Geld > Ware] wird das Geld schließlich in Ware verwandelt, die als Gebrauchswert dient. Das Geld ist also definitiv ausgegeben. In der umgekehrten Form G – W – G gibt der Käufer dagegen Geld aus, um als Verkäufer Geld einzunehmen. [...] Er entläßt das Geld nur mit der hinterlistigen Absicht, seiner wieder habhaft zu werden.“ (Marx: Das Kapital, Bd. I, 4.1. Verwandlung von Geld in Kapital)

Der Tausch einer Ware in Geld, um davon eine andere Ware zu kaufen, endet mit dieser zweiten Ware, die man nach Herzenslust gebrauchen kann. Anders dagegen verhält es sich, wenn man eine Ware erwirbt, um sie weiterzuverkaufen. Dieser Tausch wird im Kapital als G-W-G bezeichnet, später dann G-W-G’. Der kleine Strich beim zweiten ‘G’ deutet an, dass die Geldmenge vergrößert wurde. Hier erst wird Geld zu Kapital. Wie geschieht dies?

Arbeit

Wie entsteht Gewinn?
Die naheliegende Antwort – ‘durch Preiserhöhung’ – weist Marx zurück, denn jeder Verkäufer ist anderer Stelle auch Käufer und so würden sich gegenseitig anstachelnde Preiserhöhungen aufheben.
Um eine Antwort zu erhalten, untersucht Marx den Arbeitsprozess, durch den Waren überhaupt erst entstehen: Geld, Material, Maschinen und Arbeitskraft werden kombiniert, um eine Ware herzustellen. Unter diesen Bestandteilen des eingesetzten Kapitals ist die Arbeitskraft das dehnbarste Element. Dehnt man die Arbeitszeit bei gleichbleibendem Lohn über das für den unmittelbaren Lebensunterhalt nötige Maß hinaus, dann fließt diese Arbeit in den Wert der Ware ein, ohne dass er bezahlt werden muss. (Wert > Mehrwert)
(Vgl. G. Fülberth: „Das Kapital“ kompakt, I.2.)