Europa

Der Kapitalismus entwickelte sich in Oberitalien, Europa.
Die Expansion zur See begann mit Kolumbus in Portugal, Europa.
Es folgten die Eroberungen der Spanier, Niederländer, Engländer, und letztlich – als europäosches Exportprodukt – die Kolonien Amerikas.
Die wissenschaftliche Revolution begann im Europa des 16.Jahrhunderts, Mitte des 18.Jahrhunderts folgte die industrielle Revolution, ausgehend von England.

Das wirft die Frage auf, warum gerade dieser Kontinent zum Ursprung solcher globalen Umwälzungen wurde.

Dazu einige Lektüre-Anregungen:

Historiker

  • Ian Morris: Wer beherrscht die Welt?
  • Niall Ferguson: The West and the rest

–> Analyse der Frage, wer die Welt beherrscht, anhand von Parametern (Militärstärke, Energieausbeute, Grad der Verstädterung, Informationsverarbeitung) und Schlüsselfaktoren (Wettbewersdenken, Pragmatische Wissenschaft, verbesserte Warenproduktion, Kapitalakkumulation…).

Soziologie

  • Hartmut Rosa: Weltbeziehungen im Zeitalter der Beschleunigung

–> Hartmut Rosa interessiert die Frage, was den historischen Entwicklungen vorausgeht, d.h. ob dahinter eine bestimmte Geisteshaltung steht, die die historischen Veränderungen begünstigt. Er vermutet eine Grundhaltung, eine Art „Gier nach Mehr“: dem Bedürfnis, sich Welt verfügbar zu machen (sei es in Form von Waren, Wissen, Geld oder Mobilität).

Philosphie, Geschichte

  • Foucault: Die Ordnung der Dinge

–> Foucault verfolgt eine Art archäologische Suche nach Grundfaktoren des europäischen Geistes. Ihm zufolge findet ein Bruch statt im Zeitalter der Klassik (18.Jahrhundert): der Mensch wendet eine neue Art der Wissensorganisation an – er ordnet das Wissen nicht mehr in fixen Tableaus, sondern fragt nach den Entstehungsbedingungen. Damit legt er die gedankliche Möglichkeit frei, diese Prozesse zu steuern.