Plato war ein Kritiker der Demokratie (wenngleich er darunter auch etwas leicht anderes verstand als wir heute, nämlich eine Art Volksversammlung + Regierung durch zufällige Amtsvergabe).

Er benutzte zur Verdeutlichung seiner Kritik eine Analogie:

Man stelle sich ein Boot vor, in dem jeder der Insassen Kapitän ist. Wohin steuert ein solches Boot? Ist es nicht besser, nur einer Person das Steuer zu überlassen, und zwar jener, die am meisten Ahnung hat.

Diese Frage beantwortet man schnell mit „Ja“. Jedoch ist das in Bezug auf die Demokratie nicht so einfach zu entscheiden. Plato wollte die Führung des Staates einer philosophsich ausgebildeten Klasse überlassen; Menschen, die fähig sind, das Gute und Wahre zu erkennen. Zu solchen Erkenntnissen ist – seiner Meinung nach – die Masse nicht fähig.

Marsilius von Padua vertrat die Gegenmeinung: er vertraute auf die Weisheit der Vielen.

Beide Meinungen finden sich auch in heutigen Diskursen.
Dazu einige Überlegungen:

  • blindes Vertrauen gegenüber Autoritäten ist schlecht
  • blindes Misstrauen gegen „die da oben“ ebenso
  • Expertenwissen basiert idealerweise auf wissenschaftlichen Studien, Fakten und genauer Analyse – für den Laien unmöglich zu erreichen
  • die Weisheit der Vielen basiert wiederum auf der größtmöglichen Akkumulation von Erfahrungen, kann aber Stimmungen unterliegen und in einseitige Massenbewegungen hineingleiten

Wessen Stimmen sollen z.B. zu Entscheidungen wie EU-Austritt, Klimawandel, etc in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden?

inspiriert durch den Podcast „History of Philosophy“ von Peter Adamson:
http://hopwag.podbean.com/mf/feed/gpq8dc/Democracy_and_the_History_of_Philosophy.mp3